„Summ, Summe, Summe – Bienchen, summ herum!“ Kam mir sofort bei meinem letzten Sonntagsbeitrag in den Sinn. Wusstest du, dass Summen auf Dein mentales Wohl Einfluss nehmen kann?
Wenn Stress, Termindruck oder ein voller Kopf überhandnehmen, versuchen wir meist – in unserem Kulturkreis -, das Problem kognitiv zu lösen: noch mehr fokussieren, noch disziplinierter denken, uns beinahe mit Zwang zu beruhigen.
Entlastung für den dorsolateralen Präfrontalkortex
Zuständig dafür ist unser dorsolateraler Präfrontalkortex (engl. Abkürzung: dlPFC) – der Bereich des Gehirns für Arbeitsgedächtnis, strategische Entscheidungen und kognitive Kontrolle. Unter akutem Stress feuert das limbische System Daueralarm. Der dlPFC gerät in eine Überlastung und das Karussell im Kopf wird stärker. Der Haken: Durch Ratio geben wir noch mehr Feuer rein. Ruhe tritt dadurch nur leider selten ein.
Eine Variante, die übrigens auch im Coaching mit PEP genutzt wird, ist in belastenden Lebenssituatioen zu summen. Wie ist das zu erklären?
- Vagus-Aktivierung: Die Vibration beim Summen stimuliert über Kehlkopf und Rachen direkt Äste des Vagusnervs. Die Herzfrequenz sinkt, der Parasympathikus, der für Entspannung steht, übernimmt.
- Entlastung für den dlPFC: Sobald das Nervensystem die Entwarnung aus dem Körper erhält, lässt die limbische Reizüberflutung nach. Der dlPFC kann wieder regulieren. Fokus und Klarheit kehren zurück, ganz ohne mentale Anstrengung.
Summen fördert die Sauerstoffaufnahme
Eine Studie von Weitzberg & Lundberg am Karolinska Institutet zeigte, dass Summen zudem den Gasaustausch in den Nasennebenhöhlen massiv anregt und den Stickstoffmonoxid (NO)-Gehalt im Vergleich zum normalen Ausatmen um das 15-Fache steigert. NO erweitert die Gefäße und optimiert die Sauerstoffaufnahme.
Ganz gleich, wann und wo, summen geht immer – Kinder machen uns das übrigens vor.
Probier Mal aus und berichte: Vor dem nächsten schwierigen Gespräch oder in einer nächsten stressigen Situationen:
- 60 bis 90 Sekunden mit geschlossenen Lippen auf einem tiefen, angenehmen Ton summen. Dabei Zunge und Kiefer locker lassen
- Die Schwingung im Brustbein und Gaumen bewusst spüren.
Lust auf Summen und Singen in Gemeinschaft? Komm zum nächsten Singing Circle. Einmal im Monat experimentieren wir gemeinsam in den Räumlichkeiten der Wiese eG in Barmbek Süd mit unserer Stimme und unserem Körper.
Freies Singen, vokale Experimente gibt’s nicht in Deiner Gegend? Das ist unendlich schade – bei ausreichender Teilnehmendenanzahl komme ich auch gern zu Euch. Übrigens auch ein tolles Erlebnis für Teams.
Studienreferenz:
Weitzberg, E., & Lundberg, J. O. (2002). Humming greatly increases nasal nitric oxide. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, 166(2), 144–145.

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